Unsere Empfehlungen für September 2015

06.09.2015, by Jochen Bareiss

Unsere Klassikempfehlung

Nobel und klangschön

Die neue ‚Entführung‘ im aktuellen Mozart-Zyklus der Deutschen Grammophon ist eine interessante Alternative zu  den  bewährten Einspielungen. Um es vorweg zu nehmen: der Star dieser Aufnahme ist das Chamber Orchestra of Europe unter der zupackenden Führung von Yannick Nézet-Séguin. Es spielt nicht nur ausnehmend klangschön, sondern auch so transparent, präzise und  musikantisch, daß es eine wahre Freude ist. Reines Mozart-Orchester-Glück also, dessen Glanz  auch auf die Solisten fällt -  mit unterschiedlichen Ergebnissen. Diana Damrau läßt keine Zweifel daran, daß sie als Konstanze die derzeit amtierende Primadonna assoluta ist. Ihre Koloraturen, der emotionale Ausdruck in den unterschiedlichsten Farben, der vergleichsweise ‚moderne‘ Zugang zur Psyche der Figur, alles ist in sich schlüssig und man staunt nur immer wieder über die vokale Perfektion des Weltstars aus Günzburg. Rolando Villazon schlägt sich wacker, ist bemüht um  schlichte Stimmführung und eine stilistische Einheit, doch manchmal geht sein Temperament  mit ihm durch und es erklingen verzichtbare Portamenti und unpassende Drücker. Ein Sprach-Couch hätte sicher nicht geschadet. Seine gesangliche Leistung ist noch beträchtlich von der eines Fritz Wunderlich entfernt, doch man hört die Entwicklung.

Von den übrigen Comprimari kann vor allem Franz-Josef Selig als überzeugend stimmschöner Osmin für sich einnehmen. Anna Prohaska ist die emanzipierte Blonde (ohne –chen), Paul Schweinester der frische Pedrillo. Thomas Quasthoff gibt den Bassa Selim souverän, aber etwas etwas gestelzt gönnerhaft. Insgesamt eine Aufnahme, die vor allem durch das fabelhafte Orchester und die überragende Diana Damrau sehr viel Freude macht. Eine Empfehlung von Alfons Vornberger, Klassische Musik

W.A.Mozart

Die Entführung aus dem Serail
Nézet-Séguin(COE)
DG 4794064

 

Musikempfehlung Jazz

In memoriam Jon Vickers

Er galt lange Jahre als König der Heldentenöre. Der 1926  in Kanada geborene Sänger hatte eine mächtige Tenorstimme, war eine beeindruckende Bühnenerscheinung und in den 60er Jahren  sogar der meistgefragte Opernsänger weltweit.  Wagners Helden waren seine Domäne, wobei er aus  religiösen Gründen nie den Tannhäuser gesungen hat.  Die hier vorgestellte Arien-Sammlung stammt aus den frühen Jahren  seiner Karriere und dokumentiert, wie erstaunlich beweglich und variabel die Stimme des jungen Vickers war, bevor er den Wechsel ins schwere Heldentenorfach vornahm. Jon Vickers starb am 15. Juni an den Folgen einer Alzheimer Erkrankung. Eine Empfehlung von Dieter Mondrejewski, Abteilung Klassische Musik

Jon Vickers

The early years (1959-1961)
Preiser PR93489

 

Weltmusik

Französisches Parfum

Benjamin Biolay und Calogero, Coralie Clement, Zaz, und Berry, das sind nur einige der wichtigsten Stimmen des neueren französischen Chansons, das eine so interessante Entwicklung genommen hat. Zu dieser Nouvelle Scene der Singer/ Songwriter muß man auch Rose zählen, die mit ihrer gehauchten Stimme hier das ‚savoir vivre‘ des noch jungen 21. Jahrhunderts musikalisch widerspiegelt. Verführerisch!

Rose

Pink Lady
Sony 888750755926

Geschrieben von Jochen Bareiss

Erlebe Manger

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